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Erfahrungsbericht
Erste Verpaarung von Avicularia versicolor
Ein Bericht von Sven Linckels (11.04.00)
Zunächst muß ich mal sagen, daß dies meine allererste Verpaarung überhaupt war, weshalb ich auch ziemlich aufgeregt war, da ich ja nicht wollte, daß mein Männchen gleich beim ersten Versuch verspeist wird. Das Weibchen war aber mehr als gut gefüttert, so daß es auch nicht zu Problemen kommen sollte.
Das Terrarium des Weibchens hatte die Maßen 45x30x33 (BxTxH) und war reichlich bepflanzt. An sich also ideal. Als erstes entfernte ich beide Schiebescheiben um besser eingreifen zu können, falls es doch nicht so friedlich ablaufen sollte. Des weiteren bewaffnete ich mich mit 30-cm-Pinzette, Heimchendose, und einem langen Bleistift … man weiß ja nie. Dann fing ich das Männchen mit einer Heimchendose ein und setzte ihn zum Weibchen ins Terrarium. Nun passierte erstmal 15 Minuten lang gar nichts, außer daß der Versi Mann ziemlich orientierunglos im Terrarium umherwanderte. Doch dann endlich zeigte das Weibchen auch mal Interesse und kam aus ihrem Gespinst hervor. Prompt fing das Männchen an mit seinen Tastern oben in den Blättern zu trommeln. Das ging 5 Minuten, bis das Weibchen sich doch wieder entschloß in ihr Wohngespinnst zurück zu kehren. Nach 5 weiteren Minuten unermüdlichen Trommelns, kam sie dann doch wieder hervor und das Männchen traute sich nun auch sich ihr zu nähern. Jetzt wurde es spannend. Und wie es weiter geht, sehen sie gleich, nach der Werbung … kleiner Scherz :o) Wie gesagt, näherte sich das Männchen dem Weibchen und fing an sie abzutasten. Er hatte ziemliche Schwierigkeiten seine Partnerin in die richtige Position zu bringen, so daß beide des öfteren abzustürzen drohten. Das ganze spielte sich nämlich oben im Terrarium zwischen Efeublättern und einer Bergpalme ab. Schlußendlich hing das Weibchen kopfüber in der Botanik und das Männchen "fummelte" an ihr in entgegengesetzter Richtung über ihr. Ob er nun seine Bulben richtig eingeführt hat oder nicht, konnte ich nicht genau beobachten, da das Weibchen mit dem Abdomen zur Terrarienrückwand gedreht war. Allerdings sah ich wie er mit seinen Tastern ziemlich wild über die Unterseite des Abdomens des Weibchens gerieben hat. Nach einigen Minuten entfernte sich das Männchen dann, und das Weibchen hing noch einige Zeit regunslos in den Blättern. Der eigentliche Paarungsakt, vom Antasten bis zum "Auseinandergehen", dauerte ca 10 Minuten, die ganze Paarung ca 35 Minuten. Als das Weibchen dann wieder in ihre Wohnhöhle kletterte, nahm ich das Männchen vorsichthalber wieder aus dem Terrarium heraus. Wenige Stunden nach der Paarung baute das Weibchen sich ein komplett neues Wohngespinnst in der anderen Ecke des Terrariums.
War schon eine aufregende und interessante Erfahrung, meine erste VS-Verpaarung. Und doch ging alles einfacher und "reibungsloser" als ich zunächst befürchtete. Hoffentlich klappts nun mit dem Nachwuchs.
Autor: Sven Linckels
Homepage: Arachnophobia
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