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Erfahrungsbericht
Kokonentnahme und Schlupf von A. versicolor Nachzuchten
Ein Bericht von Sven Linckels (13.07.00)
Eigentlich war ich mir nicht mal so ganz sicher, ob mein Weibchen überhaupt einen Kokon gebaut hat, da ihr Gespinst so gut wie uneinsehbar war. Ich hatte zwar versucht das Gespinst etwas aufzuschneiden, konnte aber nicht mit Sicherheit sagen, ob das was ich erblicken konnte ein Kokon war oder nicht.
Ca 7-8 Wochen nach der Verpaarung entschloß ich mich dann kurzerhand das komplette Gespinst aufzuschneiden und gegebenenfalls dem Weibchen den Kokon wegzunehmen. Gesagt, getan. Und siehe da, zwischen ihren Chelizeren hielt sie einen kugelrunden Kokon. Den ließ sie allerdings nicht so schnell los, so daß ich etwas (und mit größter Vorsicht) mit der 30cm-Pinzette daran ziehen mußte. Den Kokon legte ich nun in eine runde Heimchendose die am Stundenzeiger eines alten Weckers befestigt war. Das ganze stellte ich nun in das Terrarium des Weibchens. So wurde der Kokon zweimal am Tag gedreht, und das bei "idealen" Umgebungsbedingungen.
Nach ca 1-2 Wochen entschloß ich mich, ungeduldig wie ich bin, mal einen Blick in den Kokon zu werfen, um nachzuschauen, ob sich überhaupt was entwickelt. Vorsichtig schnitt ich mich mit einer Nagelschere durch sämtliche Lagen bis ich endlich den Inhalt erblicken konnte. Wow, was für ein Glücksgefühl! Ich konnte jede Menge Spinnen im 2. Larvenstadium sehen, die bereits dunkel gefärbt waren. Also entschied ich gleich den ganzen Kokon zu öffnen und die Spiderlinge in 4 Heimchendosen, die ich mit feuchtem Küchenpapier auslegte, zu verteilen. Ich konnte ca 110 Stück zählen, und hatte keinen einzigen Verlust zu beklagen. Ich beschaffte mir dann jede Menge halb-transparente Filmdosen, deren Deckel ich für die Belüftung durchlöcherte und setzte alle Spiderlinge einzeln in eine Dose mit feuchtem Küchenpapier. Ca 4 Tage nachdem ich sie aus dem Kokon befreit hatte, häuteten sie sich zum ersten Mal und konnten ab jetzt auch Futter zu sich nehmen.
Mittlerweile habe ich den größten Teil der Tiere abgegeben und pflege selbst nur noch ca 25 Tiere, was aber auch noch genügend Arbeit heißt.
Autor: Sven Linckels
Homepage: Arachnophobia
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