Erfahrungsbericht


    Grammostola Rosea - Eine Anfängerspinne?
    Ein Bericht von Volker R. (Jan. 2003)

    Seit mittlerweile über einem Jahr halte ich ein adultes G.Rosea Weibchen. Da diese Spinne (bis auf ein Buch) mein Einstieg in die Welt der Vogelspinnen war und ich also relativ unbedarft war, was die Haltung einer solchen Spinne in der Praxis angeht, habe ich mir am Anfang über viele Verhaltensweisen Sorgen gemacht, welche sich im Nachhinein als unnötig herausgestellt haben!

    Mit diesem kleinen Bericht möchte ich, aus eigener Erfahrung heraus, gezielt auf einige Verhaltensweisen von G.Rosea eingehen, die gerade einem Vogelspinnen-Anfänger Kopfzerbrechen bereiten könnten.

    Grammostola Rosea wird häufig als Anfängerspinne bezeichnet.
    Einerseits ist diese Art zwar relativ robust, was die Haltungsbedingungen angeht. Andererseits kann sie aber Verhaltensweisen an den Tag legen, die gerade einen Anfänger in Panik versetzen können!
    Häufige Fragen/Sorgen sind zum Beispiel oft, warum sie über einen längeren Zeitraum nichts frisst, oder warum sie sich so wenig bewegt! Oder aber, warum sie ziemlich "verrenkt" oder "wie tot" da sitzt.

    Meiner persönlichen Meinung nach gibt es also nicht DIE Anfängerspinne, da jede Art auch ihre spezifischen Eigenarten hat (angefangen bei den Haltungsbedingungen), die sogar innerhalb einer Art variieren können (z.B. Aggressivität).
    Sicherlich gibt es Arten, die oft und gerne zum Einstieg genommen werden, wie z.B. B.Smithi, B.Vagans oder A.Versicolor. Aber auch diese Arten unterscheiden sich in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit schon mal enorm (um nur mal ein Beispiel zu nennen). Wobei die LF bei Versicolor am heikelsten sein dürfte, was sie nicht unbedingt zu einer Anfängerspinne macht.
    Da auch Grammostola Rosea zu diesen oft gepflegten Arten zählt, sollte man sich aber über eben diese Eigenarten bewußt sein.

    Bei G.Rosea ist es so, dass sie tatsächlich über einen längeren Zeitraum ohne Nahrung auskommen kann (ein gefüllter Wassernapf sollte natürlich vorhanden sein). Dieser Zeitraum kann auch mehrere Monate bis zu über einem Jahr betragen! Solange das Abdomen dabei nicht merklich kleiner wird, ist alles in Ordnung. Obwohl dieser Umstand verwirrend sein kann, braucht man sich darüber keine Sorgen machen!
    Dann wiederum gibt es natürlich auch Zeiträume, in denen sie regelmässig frisst. In dieser Zeit füttere ich meist 3-5 Heimchen in 2 Wochen. Aber es kann auch vorkommen, dass sie nach einer längeren Fresspause gerade mal ein Heimchen zu sich nimmt und das nächste schon wieder ablehnt, worauf dann sofort die nächste Fresspause folgt.

    Eine Fresspause muss bei G.Rosea also nicht immer ein Anzeichen für eine bevorstehende Häutung sein. Vielmehr ist es so, dass die Nahrungsverweigerung nicht nur Tage/Wochen sondern schon mehrere Monate vor einer Häutung beginnen kann. Auch die Häutungsabstände können bei ausgewachsenen Exemplaren extrem lang werden (bei meiner betrug der letzte Abstand ca. 2,5 Jahre!).

    Auch die Aktivitäten von G.Rosea können unterschiedlich sein: Mal läuft sie viel im Terrarium umher, mal sitzt sie stundenlang an einem Fleck. Dabei kann sie auch schon mal in einer verrückt aussehenden Position verharren, die auf den ersten Anblick nichts Gutes verheißen läßt. Läßt man die Spinne aber in Ruhe, merkt man dann später, dass man sich umsonst Sorgen gemacht hat, wenn sie wieder am umherkrabbeln ist oder an einem anderen Fleck in einer anderen Position sitzt.

    Wichtig ist bei G.Rosea auch, dass sie nicht zu feucht gehalten wird! Oft liest man von Haltungsbedingungen von 70% Luftfeuchtigkeit oder mehr. G.Rosea mag aber keinen feuchten Bodengrund. Ein Anzeichen dafür kann zum Beispiel sein, dass sie oft an der Scheibe hochkrabbelt! Ich selbst habe den Bodengrund (Mischung aus Blumenerde und Kokoserde/Ziegel) knochentrocken. Nur den Wassernapf lasse ich gelegentlich ein wenig überlaufen, so dass eine kleine feuchte Stelle entsteht.

    Solange man sich von diesen Verhaltensweisen nicht unnötig irritieren läßt und sich als Vogelspinnen-Anfänger schon vor dem Kauf einer Spinne eingehend informiert, wird man typische Anfängerprobleme vermeiden können und schnell die Faszination entdecken, die von diesen Tieren ausgeht!

    Ansonsten kann man zu dieser Art sagen (wie eigentlich zu jeder anderen auch):
    Einfach die Spinne machen lassen!

    Autor: Volker R.
    Homepage: www.grammostola.info