Erfahrungsbericht


    Fliegen im Terrarium
    Ein Bericht von Elisabeth A. (März 2003)

    Seit etwa zweieinhalb Jahren halte ich Vogelspinnen. Inzwischen sind es 15 verschiedene bodenbewohnende Tiere unterschiedlicher Arten. Meine erste Vogelspinne bekam ich durch Zufall. Kurz darauf habe ich begonnen, mir Spiderlinge anzuschaffen und diese selbst gross zu ziehen. In meiner dörflichen Umgebung sprach sich meine Vorliebe für exotische Tiere natürlich schnell herum.

    Aus dem weitläufigen Bekanntenkreis kam vor ungefähr anderthalb Jahren eine Frau auf mich zu, die ihren Bestand an Vogelspinnen wegen eines Umzugs in eine andere Stadt verkleinern wollte. Sie bot mit vier adulte und subadulte Tiere an, alle in augenscheinlich gutem Zustand, darunter auch das adulte Weibchen von Aphonopelma seemanni.

    Im Terrarium der A. seemanni entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit eine Fliegenplage. Merkwürdiger Weise beschränkte sich das Phänomen auf dieses eine Terrarium, obwohl im selben Raum noch andere Becken standen, in denen Vogelspinnen in ähnlich feucht-warmem Klima lebten, so zum Beispiel B. vagans, B. albopilosum, T. blondii und andere. Erst hatte ich Probleme, die winzigen Fliegen zu bestimmen. Ich tippte anfangs auf Drosophila, bis mir eine Freundin sagte, dafür seien "meine" Fliegen zu schmal. Sie meinte, es seien Trauermücken, die in feuchter Blumenerde gedeihen. Die vielen Fliegen machten meine Spinne regelrecht verrückt, weil sie ihnen nirgendwo hin entkommen konnte. Ich wollte diese Fliegen um jeden Preis los werden.

    Als erste Maßnahme versuchte ich, die A. seemanni trockener zu halten. Ich liess das Substrat fast austrocknen und gab einige Handvoll Pinienspäne darauf, welche die Funktion haben, Ungeziefer zu vertreiben. Die Fliegen starben darauf hin zwar wie selbige, aber die Spinne fühlte sich sichtlich unwohl in der trockenen Umgebung. Weil ich ihr nichts vorenthalten wollte, gab ich eine Schale frisches Moos ins Terrarium. Madame seemanni wich nicht nicht mehr aus der Moos-Schale, kippte regelmässig ihren Wassernapf darauf aus und die Fliegen kehrten zurück. Ich sah ein, dass der Versuch, die Spinne trocken zu setzen, nicht das richtige war. In meiner Fachliteratur fand ich auch keinen passenden Rat.

    Meine oben erwähnte Freundin hat im Gegensatz zu mir einen Internet-Anschluss. Also setzte sie sich für mich an den Rechner und fand im Vogelspinnen Info Center (www.vsic.de) einen tollen Tipp: Pheromonfallen! Diese Fallen sind ganz simpel konzipiert und in jeder Drogerie erhältlich. Es handelt sich dabei um transparente Klebefolien, die mit einem Leim bestrichen sind, welcher Lockstoffe verströmt. Diese Lockstoffe ähneln den Sexual-Duftstoffen diverser Fliegenarten und ziehen die Fliegen an. Wenn die Fliege einmal auf dem Leim haftet, kommt sie davon nicht mehr los.

    Das wichtigste bei der Auswahl der Fallen ist, dass sie keine Insektizide enthalten dürfen, zum Beispiel in Form von Frassködern. Wenn Die Spinne mit Insektiziden in Berührung kommt, ist sie ebenfalls gefährdet, da Insektizide gleichzeitig auch gegen Spinnentiere wirksam sind.

    Ich kaufte also Pheromonfallen und klebte eine von innen unter die Terrarium-Deckscheibe und eine zweite über dem Terarium unter das darüber liegende Regalbrett. Binnen kürzester Zeit waren sämtliche Trauermücken an den Fallen und meine A. seemanni kann wieder nach Herzenslust im feuchten Boden wühlen!

    Autor: Claudia / im Auftrag von Elisabeth A.
    Homepage: www.freigeister.org